Ein Krimi-Dinner hat eine eingebaute Ungerechtigkeit: Jemand muss das Opfer sein. In den meisten Spielen heisst das, diese Person existiert nur in der Vergangenheitsform. Sie wird beschrieben, bedauert, verdächtigt — aber sie sitzt nicht am Tisch. Wer für zwölf Personen einlädt, bestellt also für elf und erklärt der zwölften, warum sie heute hauptsächlich zuschaut.
Der Geist-Modus löst das anders.
Das Opfer ist weiterhin von Anfang an tot. An der Geschichte ändert sich nichts: Es wird gefunden, es wird ermittelt, es wird angeklagt. Neu ist, dass eine Person am Tisch dieses Opfer spielt — und zwar als vollwertige Ermittlerin mit eigenem Heft, eigenen Vorlesetexten und eigenen Hinweiskarten.
Auf der ersten Seite ihres Hefts steht, was sonst niemand weiss: Sie sind die Tote. Sie sitzen heute Abend an diesem Tisch und suchen Ihren eigenen Mörder.
Für alle anderen ist sie eine Gästin wie jede andere. Auch für den Täter. Er weiss, was er getan hat — aber er weiss nicht, dass die Frau, die ihm gegenübersitzt und Fragen stellt, diejenige ist, die er auf dem Gewissen hat.
Wer schon einmal einen Film gesehen hat, in dem das Publikum mehr weiss als die Figuren, kennt das Gefühl. Es entsteht ein zweiter Boden unter jedem Gespräch. Eine harmlose Frage wird zur Konfrontation, sobald man weiss, wer sie stellt. Die Spielerin selbst sitzt den ganzen Abend in einer Rolle, die sie nicht auflösen darf — und das ist, nach unserer Erfahrung, die begehrteste Rolle am Tisch.
Nebenbei löst es das praktische Problem: Niemand sitzt aus. Zwölf Eingeladene, zwölf Rollen.
Wenn alle ihre Anklage ausgesprochen haben, wird der QR-Code gescannt. Er gibt zwei Dinge preis: wer der Täter war — und dass die Person am Tisch, die den ganzen Abend mitermittelt hat, die Tote war.
Danach liest sie ihren Abschied vor. Ein kurzer Text, den nur sie hat, geschrieben für genau diesen Moment. Dann ist der Abend zu Ende.
Der Geist-Modus ist eine Option, kein Ersatz. Beim Bestellen schalten Sie ihn ein oder lassen es. Ist er aus, bekommen Sie genau das Spiel, das Sie kennen — ein Opfer, das vor dem ersten Gang gestorben ist, und keine zusätzliche Mechanik, die Sie erklären müssen.
Wir empfehlen ihn für Gruppen, die schon einmal ein Krimi-Dinner gespielt haben. Beim ersten Mal haben die Gäste genug damit zu tun, in ihrer Rolle zu bleiben. Beim zweiten Mal wollen sie mehr.
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